Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl von Kunstwerken und Projekten, die von Bewohnern der Regensburger Wohnstätten geschaffen wurden.
Hier können Sie Grußkarten mit Motiven unserer Künstler versenden! Sie finden die Karten unter !Specials
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Das Konzept
„Kunst ist Vermittlung eines besonderen, vom Künstler empfundenen Gefühls. Wie kann man das in Schulen lehren?“ fragte Lew Nikolajewitsch Tolstoi. Kann man Kunst in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen lehren? Will man das überhaupt?
Nein.
Die Idee, der Ausgangspunkt ist ein anderer:
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Vielleicht ist es
möglich, die Kunst als Hilfsmittel einzusetzen, um Menschen zu erreichen,
die | |
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Vielleicht ist es möglich, dem behinderten Menschen zu helfen, Zugang zu sich selbst zu finden. | |
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Vielleicht ist die Kunst der Träger, der Kommunikation da möglich macht, wo Sprache versagt, |
aus welchen Gründen auch immer.
Ernst Hingerl, ein freischaffender Künstler aus dem Regensburger Raum hatte sich der Sache angenommen und versuchte auf sehr sensible und subtile Art jeden Freitag den „Künstler“ in jedem Einzelnen zu wecken.
Er erinnert sich an die erste Stunde:
„Jeder der Leute bekam ein Bruchstück einer Birkenholzkohle mit der Aufforderung, einfach spielerisch Striche zu ziehen. Jeder dieser Striche zeigte sofort die graphische Wirkung. Es war ein Erlebnis. Die vorhandenen Hemmschwellen fielen. Die Neugier war geweckt. Und – es machte Spaß! Das Staunen über die eigenen Fähigkeiten war die Initialzündung für die nächsten Materialien: Bundstifte, Schere, Klebstoff und das Wunder zum Schluss: Wenn das fertige Kunstwerk im Rahmen an den Wänden hängt.“
Das Konzept geht auf:
Die Resultate sind verblüffend. Damit sind nicht die sichtbaren Resultate der „Werke“ gemeint, die bis jetzt entstanden sind, so beeindruckend sie auch sein mögen. Nein, es geht um die Entwicklung der Menschen, die diese Kunst geschaffen haben.
Was entstanden ist, ist zum Einen ein starkes Gefühl der Gruppenzusammengehörigkeit – ein Wir-Gefühl: wir haben zusammen etwas sehr Schönes geschaffen. Zum Anderen ist zu beobachten, das jeder einzelne Teilnehmer genau weiß, wo sein Beitrag zum Gesamtwerk ist. Und das wird mit Stolz präsentiert:“ Ich habe das gemacht“.
Die Sicherheit, die Selbstsicherheit, eine neue Sache anzufangen wächst, die Neugier, die Freude auf „Neues“. Das Wissen darüber: „Ich kann nichts falsch machen“, „ich bin gut“ und „ich werde gebraucht“.
Diese Stärkung des Selbstbewusstseins ist zu erkennen. Es ist also möglich, durch diese Kunstpädagogik Isolationen zu durchbrechen.
Kunst ist ein Weg, um dem Leben näher zu kommen, vielleicht sogar, um zu ihm zurückzukehren.
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Weitere Informationen
| Das Faltblatt der Kunstgruppe
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| Die Künstler würden sich über Resonanz durch einen Eintrag in das
Gästebuch
sehr freuen. Ihre Eintragungen werden unverzüglich weitergeleitet. | |
| Wenn Sie über neu aufgenommene Bilder informiert werden wollen,
teilen Sie uns bitte Ihre E-Mail Adresse über die
Newsletteranmeldung mit. | |
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Sie können die Arbeiten der Bewohner zudem durch eine kleine Spende
unterstützen. Die eingehenden Gelder werden für den Kauf von Zeichen- und
Bastelmaterial verwendet. |
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Die Bilder und Projekte der Kunstgruppe wurden bisher bei folgenden Veranstaltungen ausgestellt:
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Zur Eröffnung des Kunstgartens Bodenwöhr am 09.08.2002 präsentierte die Kunstgruppe ihr Fahnenprojekt | |
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Erstausstellung im Kloster Schwarzhofen in der Zeit vom 05.04.03 bis 11.04.03 | |
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Bilderausstellung im Rathaus der Gemeinde Lappersdorf vom 01.09.03 bis 28.09.03 |
Wir bedanken uns bei allen, die mitgeholfen haben, diese Veranstaltungen zu ermöglichen.
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Crescende Künstler wachsen
mit Behinderten, Behinderte wachsen mit Künstlern
lautet das Motto eines Projektes im Europäischen Jahr der Menschen mit
Behinderung. Gerne ist die Kunstgruppe der Regensburger Wohnstätten dem Aufruf
des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte e. V., Regensburg, als
Veranstalter dieses Projektes gefolgt und beteiligt sich an der Gestaltung
verschiedener Kunstwerke.
An folgenden Projekten arbeiten verschiedene Gruppen der Regensburger Wohnstätten mit:
Aquarium von
Ernst Hingerl
Bei diesem Projekt für "Crescende" entstand eine Art Aquarium. Hinter Panzerglasscheiben wurden viele Fische aus farbigen transparenten Acrylsplittern auf durchsichtigen Acrylscheiben aufgeklebt, die durch ihre Anordnung im Aquarium einen dreidimensionalen Effekt erzielen. Die behinderten Erwachsenen aus den Regensburger Wohnstätten haben zunächst Fische auf Papier aufgezeichnet. Dabei entstanden Kreaturen, die sich Hingerl vorher nie vorstellen und erst gar nicht selbst ausdenken hätte können. "Mit den Behinderten geht das so einfach", erzählt der Kunstpädagoge begeistert von der Arbeit mit der Gruppe, die von ihren Betreuern in ihrer Freizeit nach Pettendorf gefahren wurden. "Allein wenn ich diesen Fisch da seh'. Der sieht aus wie ein Gelenkbus. Ich könnte nie so einen Fisch entwickeln", schwärmt Hingerl von der so natürlichen und faszinierenden Kreativität der Behinderten. "Wenn jemand so etwas auf Papier bringt, dann fängt mein Kopf an zu arbeiten. Ich habe bei dem Projekt mit den Behinderten verdammt viel gelernt", bestätigt er das Motto des Crescende-Projektes zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen: "Künstler wachsen mit Behinderten, Behinderte wachsen mit Künstlern." Hingerl ist fasziniert, wie unkompliziert seine behinderten Künstler an die Arbeit herangehen.
Die gezeichneten Fische und beeindruckenden Gebilde wurden dann aus buntem Plexiglas ausgesägt. Das Material hat Hingerl aus Abfällen von Industriebetrieben beschafft. Die vielfältigen Kreaturen in leuchtenden Farben wurden schließlich auf die durchsichtigen Scheiben aufgeklebt. Die mächtigen Scheiben wurden in einem massiven Holzrahmen gefasst, der auf einem palettenartigen Ständer befestigt ist. Nicht nur die Behinderten sind beeindruckt von ihrem Werk in leuchtenden Farben. Sie finden es eine "riesige Form der Anerkennung", wenn das Kunstobjekt am 17. Oktober im Regensburger Kulturspeicher öffentlich ausgestellt wird und sie sich bei der Abschlussveranstaltung des Crescende-Projektes des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte als die Künstler präsentieren dürfen.
Großstädte aus Holz

Seit Ende August arbeitet die Gruppe aus zehn Behinderten mit Ernst Hingerl schon an einem weiteren Projekt: Aus unzähligen rechteckigen Holzstücken, die auf Platten geklebt werden, entstehen Großstädte. Mit klebrigen Fingern präsentieren die Künstler das entstehende Werk. Die Erklärungen sind überzeugend und pointiert, aber kurz. Denn sofort geht es wieder engagiert an die Arbeit. Die Holzklötzchen werden mit Klebstoff eingeschmiert und auf der Platte befestigt. Die Städte aus Holz werden dann mit Quarzsand bestreut und anschließend bemalt.
"Netzmensch" schafft
Verbindung über innere und äußere Grenzen hinweg
Crescende mit Elisabeth Schmidt-Huber und
Georg Schraml
Mit
Elisabeth Schmidt-Huber (rechts) und Georg Schraml (Zweiter von links) arbeiten
Andrea, Andreas, Sabine und Julian (von links) aus den Wohngruppen Lappersdorf
und Haaggasse gemeinsam am "Netzmenschen"
"Netzmensch“ heißt das Projekt von Elisabeth Schmidt-Huber und Georg Schraml
zusammen mit den Behinderten Sabine, Andrea, Julian und
Andreas,
die in den Regensburger Wohnstätten, Wohngruppe Haaggasse (Nähe Arnulfsplatz)
bzw. Am Hohen Sand in Lappersdorf wohnen und in den Regensburger Werkstätten,
WfB Lappersdorf arbeiten. Zwei überlebensgroße Figuren in Form von Holzplatten
stehen sich gegenüber. Sie werden mit Farben, Collagen und Fotos gestaltet und
miteinander verbunden. Dabei sollen die beiden Sichtweisen, vor allem aber das
Miteinander und das Verbindende zwischen Behinderten und Nichtbehinderten
deutlich gemacht werden. Alle Sinne werden in die Arbeit einbezogen: Tasten,
Fühlen, Hören, Sehen ... Elisabeth Schmid-Huber und Georg Schraml wollen mit dem
„Netzmenschen“ ihre gemeinsame Vision des Verbindenden über innere und äußere
Grenzen hinweg zum Ausdruck bringen.
Vier Behinderte und die beiden Künstler arbeiten "gleichberechigt" an dem gemeinsamen Projekt für Crescende.
Fotos im Abschnitt Crescende: Engelbert Weiss
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